Die Aufgaben eines Strafverteidigers

Bekommt man es mit Gerichten zu tun, ist man als Normalbürger rasch überfordert. Schon allein das Verständnis des speziellen Tonfalls bereitet Schwierigkeiten. In aller Regel sollte frühzeitig ein Rechtsanwalt hinzugezogen werden, wenn Post vom Gericht kommt. Dies gilt umso mehr, wenn man in ein Strafverfahren verwickelt ist. Hier empfiehlt es sich, einen Strafverteidiger schon dann zu konsultieren, wenn ein Brief von der Polizei ins Haus flattert, in dem die Ermittlung wegen einer Straftat bekannt gegeben wird.

Was ist ein Strafverteidiger?

Als Strafverteidiger wird ein Rechtsanwalt bezeichnet, der in einem Strafverfahren für einen Beschuldigten oder Angeklagten tätig ist. Jeder in Deutschland zugelassene Rechtsanwalt kann diese Rolle für seine Mandanten übernehmen. Allerdings sind Rechtsanwälte heutzutage meist spezialisiert. Manche übernehmen gar keine strafrechtlichen Mandate, andere tun dies ausschließlich. Oft haben sie durch entsprechende Fortbildung die Bezeichnung „Fachanwalt für Strafrecht“ erworben.

Was tut ein Strafverteidiger?

Der Strafverteidiger ergreift für seine Mandanten sämtliche notwendigen Schritte zur Prozessführung und begleitet sie durch das gesamte Verfahren. Vor allem hat er darauf zu achten, dass der Prozess rechtsstaatlich und fair geführt wird.

Je nach Stand des Verfahrens wird er sich zunächst einen Überblick über den Tatvorwurf verschaffen, nach entsprechenden Gesprächen mit den Mandanten vor allem durch Einsichtnahme in die Ermittlungsakten. Danach wird er seine Mandanten beraten, welches Verhalten im weiteren Verfahren bzw. welche eigenen Verfahrensschritte zum für den Mandanten bestmöglichen Ausgang führen könnten. Ein guter Strafverteidiger hat dabei auch viel Verständnis für die Ängste und Nöte eines Angeklagten. Trost und das Verringern von Sorgen gehören ebenfalls zu seinen Aufgaben. Dabei vermittelt der Strafverteidiger seinem Mandanten die entscheidenden rechtlichen Aspekte und versetzt ihn in die Lage, für das weitere Vorgehen eigene Entscheidungen auf solider rechtlicher Basis zu treffen.

Die Aufgaben im Prozess

Die Kontrolle der vom Gericht gesetzten Fristen für eventuelle Stellungnahmen und das genaue Einhalten von Terminen steht für den Strafverteidiger im gesamten Verfahren im Vordergrund. Je nach Sach- und Beweislage wird sich der Strafverteidiger bereits im vorgerichtlichen Ermittlungsverfahren zum Tatvorwurf einlassen oder auch während des gesamten Verfahrens zum Schweigen raten. Auch ein Geständnis kann zuweilen für den Mandanten die beste Möglichkeit darstellen, mit einer geringen Strafe davon zu kommen. Dies wird der Strafverteidiger dann gegebenenfalls mit seinem Mandanten formulieren.


Sollte es soweit gekommen sein, dass sich der Mandant bereits in Untersuchungshaft befindet, wird er regelmäßig die Haftgründe überprüfen lassen und die entsprechenden Anträge beim Ermittlungsrichter stellen. Vor und während der mündlichen Verhandlung prüft der Strafverteidiger, ob es für die Darstellung des Mandanten Beweismittel gibt, ob diese tauglich sind und wann der beste Zeitpunkt ist, sie in die Verhandlung einzubringen. Nicht selten wird der Strafverteidiger dazu auch eigene Recherchen anstellen. Sollte es zu einer Verurteilung kommen, hat der Strafverteidiger Rechtsmittel zu prüfen und gegebenenfalls auch einzulegen. Auch im Falle eines Freispruchs kann diese Aufgabe auf ihn zukommen, falls die Staatsanwaltschaft ihrerseits ein Rechtsmittel eingelegt.

Die Vorteile, einen Strafverteidiger zu beauftragen

Ein Angeklagter kann sich vor falscher Verurteilung, überhöhten Strafen, Ansehensverlust, aber auch vor zu hohen Schadensersatzforderungen schützen, wenn er rechtzeitig anwaltlichen Rat einholt. Ein Strafverteidiger sollte daher bei jedem konkreten Strafvorwurf konsultiert werden.